FotocollageNicht nur Igel Mine, Kater Paolo und die Ziegen freuen sich über unseren Besuch beim Tierschutzverein Schramberg, auch wir sind hin und weg von den vielen zutraulichen Tieren, die sich hier am Paradieshof im Schramberg in und um das Haus herum tummeln. Wir werden herzlich von zwei ehrenamtlichen Betreuern empfangen. Unser erster Weg führt zu den Ziegen, die vom Veterinäramt wegen schlechter Haltungsbedingungen beschlagnahmt wurden und nun bereits seit ein paar Jahre auf den saftigen Wiesen des Paradieshof grasen. Die Ziegen springen uns schon entgegen und holen sich erfreut ein paar Streicheleinheiten ab.

Überrascht werden wir ein wenig später von der zutraulichen Igeldame Mine, die sich von uns hochnehmen lässt und ihre kleine Nase interessiert in die Armbeuge bohrt. Sie war letzten Winter noch zu jung und klein, um allein zu überwintern. Falls die selbstständige Nahrungssuche in den nächsten zwei Wochen gut funktioniert, wird sie diesen Sommer wieder in die Wildnis entlassen. „Normalerweise würde ein Igel sich bei Begegnung mit einem Menschen einigeln“, erklären uns die Mitarbeiter des Tierschutzvereins Schramberg. „Mine ist zurzeit aber noch sehr zutraulich. Wenn wir sie in die Wildnis entlassen, wird sie sich schnell wieder vom Menschen entfremden.“
Nun betreten wir das Haus und werden lautstark von Jungvogel Hermann-Siglinde begrüßt. Er wurde von den Vogeleltern aus dem Nest gestoßen und wird nun vom Tierschutzverein aufgezogen. Wir sind uns aber einig: Das Singen muss er erst noch lernen.
Im angrenzenden Raum dürfen wir die Meerschweinchen Glubschi, Henriette und Hermine sowie die Kaninchen mit Ackersalat füttern. Das große Finale erwartet uns dann im Quarantäneraum, in welchem Katze Anuk mit ihren vier kleinen Katzenbabys liegt. Zwei der Babys sind Adoptivkinder. Sie wurden vor zwei Wochen ausgesetzt im Wald gefunden und werden nun von der Katzenmama aufgezogen. Sehr skeptisch beobachtet Mamakatze Anuk, wie wir die Kätzchen auf den Schoß nehmen. „Solche Streicheleinheiten sind sehr wichtig für die kleinen Kätzchen, denn sie sollen frühzeitig an Menschen gewöhnt werden“, erklären uns die Mitarbeiter des Tierschutzvereins Schramberg. Nachdem alle Kätzchen wieder glücklich bei Milchstation Mama auftanken können, wird Paolo zu uns gelassen. Der kleine Kater freut sich wie Bolle über den Besuch, springt im ganzen Raum herum und spielt mit allem, was er bei uns finden kann. Kein Schnürsenkel ist vor ihm sicher. Viel zu schnell müssen wir auch schon wieder gehen. Der Besuch beim Tierschutzverein war aber sicher nicht unser letzter. Die umfassenden Einblicke in die oft menschenverschuldeten Schicksale der Tiere hat uns nochmal gezeigt, wie wertvoll die Arbeit der ehrenamtlichen Mitglieder des Tierschutzvereins ist.
Regina Rüf