Damit das Handy nicht zur Waffe wird
Denn das Handy kann zur Waffe werden: Einerseits kann man selbst schnell Opfer krimineller Handlungen werden, die mithilfe des Smartphones begangen werden. Andererseits besteht auch die Gefahr, unbewusst selbst Straftaten zu begehen – gerade Jugendliche sind sich häufig gar nicht bewusst, dass bestimmte Handlungen bereits strafbar sind.
Wie schnell man unbeabsichtigt gegen geltendes Recht verstoßen kann, verdeutlichte Herr Rehfuß, dieses Jahr begleitet vom Auszubildenden Herrn Schwebe, den sechsten Klassen im Rahmen der Präventionsveranstaltung zum Thema Mediennutzung.
Anhand zahlreicher Beispiele aus seinem polizeilichen Alltag erklärte Herr Rehfuß, wie leicht insbesondere in Chatgruppen Persönlichkeitsrechte verletzt werden können, etwa durch das Hochladen oder Weiterleiten von Fotos und Videos anderer Personen. „Nicht nur mit einem Messer kann man verletzen, sondern auch mit einem Handy“, machte er deutlich. Der Unterschied sei lediglich, dass es sich dabei um seelische Verletzungen handle. Deshalb sei sowohl beim Hochladen als auch beim Liken und Weiterleiten von Bildern besondere Vorsicht geboten – insbesondere dann, wenn es um sehr persönliche oder gar intime Aufnahmen gehe.
Anschließend thematisierte Herr Rehfuß die Gefahren des Cybergroomings. Dabei nehmen Fremde, beispielsweise über Online-Spiele, Kontakt zu Kindern und Jugendlichen auf und versuchen, Vertrauen aufzubauen, um dieses anschließend auszunutzen. Bereits bei der Aufforderung, persönliche Bilder hochzuladen, sollten alle Alarmglocken läuten. Denn, so Refuß: „Bilder, die einmal im Netz sind, bleiben im Netz.“ Auf keinen Fall dürfe man auf verdächtige Kontaktanfragen oder ungewöhnliche Aufforderungen eingehen. Stattdessen sei es wichtig, sich sofort an die Eltern oder andere Vertrauenspersonen zu wenden und über das Erlebte zu sprechen. Auch durch die Wahl unauffälliger Benutzernamen lasse sich das Risiko verringern. Diese sollten möglichst keine Rückschlüsse auf das Geschlecht oder Alter der jeweiligen Person zulassen.
Zum Abschluss blieb noch Zeit, über das Thema Cybermobbing zu sprechen. Dabei ging es um Verhaltensweisen, die häufig als vermeintlicher Spaß abgetan werden, tatsächlich aber strafbar sein können. „Allein das Opfer entscheidet, ob etwas Spaß ist oder nicht,“ stellte Herr Rehfuß klar. Denn Mobbing könne schwerwiegende psychische Folgen haben und im schlimmsten Fall sogar bis zum Suizid führen.
Die Veranstaltung machte den Schülerinnen und Schülern eindrücklich deutlich, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Smartphone weit mehr bedeutet, als nur die eigenen Daten zu schützen: Auch die Rechte und Gefühle anderer müssen stets respektiert werden.
