Immanuel Kant hat einmal die Gebiete, mit denen sich Philosophen beschäftigen, in Form von Fragen dargestellt. Unter anderem setzt sich Kant zufolge die Philosophie mit der Frage auseinander, was der Mensch tun solle. Diese Frage lässt sich auch so formulieren: Was ist gut, was ist böse? Oder: Welches Verhalten ist richtig, welches falsch?
Auf einer theoretischen Ebene, aber auch mithilfe konkreter Fallbeispiele setzt sich das Fach Ethik mit diesen Fragen auseinander. Ab der siebten Klasse beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler damit, wie Urteile über die Richtigkeit von Verhaltensweisen begründet werden können. Sie erwerben Sachwissen, zum Beispiel in der Weise, dass sie wesentliche Positionen von Philosophen kennenlernen, die sich mit Problemen der Ethik auseinandergesetzt haben. Dabei kommen sie mit weiten Teilen der Philosophiegeschichte in Berührung; machen sich mit der Ethik des Aristoteles und der Stoiker vertraut, lernen die Gedankengebäude der Utilitaristen oder eben auch Immanuel Kants kennen.
Der Bezugspunkt ist dabei stets die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler. Sie üben die Fähigkeit zum folgerichtigen und begründeten Argumentieren und erweitern dabei ihre Fähigkeiten zu selbständigem Denken. Nicht zuletzt beschäftigen sie sich mit den großen Religionen, mit dem Judentum, dem Christentum sowie mit dem Islam.
Das Fach Ethik wendet sich an alle, die den christlichen Religionsunterricht nicht besuchen möchten. Die Entscheidung, ob der christliche Religionsunterricht oder das Fach Ethik besucht werden soll, trifft der Schüler bzw. die Schülerin am Ende der sechsten Klasse. Ein Wechsel vom Fach Religion zum Fach Ethik ist aber auch später, jeweils zum neuen Schuljahr, möglich.