Protestierende NikoläuseEine schon traditionelle Aktion der SMV ist der "Send-a-Claus-day" , an dem sich die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums gegenseitig mit Schokoladennikoläusen beschenken können. Manch einer misst die Sympathie, die er genießt anhand der Anzahl der süßen Weihnachtsmänner, die er oder sie erhält.....Mit zwei Wochen Vorlaufzeit bestellte man letzte Woche bei den Vertretern der SMV, was heute, am Montag nach dem Nikolaustag, dann in den Klassenzimmern verteilt wird.
Im letzten Jahr schon informierte die Eine-Welt-AG am Gymnasium ihre Mitschüler über die üblen Zustände bei der Produktion des Kakaos - vor allem in Ghana, von wo der größte Anteil der Kakaobohnen weltweit kommt.


Weil sie billige Arbeitskräfte sind, werden dort in großer Anzahl hauptsächlich Kinder bei der Ernte eingesetzt, die schwere und gefährliche Arbeiten in den Plantagen ausführen und dadurch nicht zur Schule gehen können. Oft sind es sogar Kindersklaven aus dem noch ärmeren Nachbarland Burkina Faso, die dort schuften. Niedrige Weltmarktpreise des SInformationen über unsere FSJlerchokoladenrohstoffs, auch erzwungen durch große Konzerne wie Nestlé, verhindern, dass gerechte Löhne gezahlt werden können oder auch faire Arbeitsbedingungen geschaffen werden.
Aus diesem Grund hat man bei der SMV wieder auf fair erzeugte Schokolade, die über die Weltläden vertrieben wird, gesetzt. Die Eine Welt-AG erstellte dazu einen lebensgroßen Nikolaus, der im Foyer des Gymnasiums täglich seine Meinung kundtut, indem er wechselnde Informations- und Meinungsplakate hochhält. Erfreulicherweise wurde in diesem Jahr der Umsatz nochmal um 25 % gesteigert, d.h. es sind über 200 Nikoläuse bestellt worden, garantiert frei von Kinderarbeit, mit fairen Arbeitsbedingungen und garantierten fairen Löhnen.
Da St. Nikolaus als historische Gestalt vor allem den Armen half, indem er sein Vermögen verteilte, gibt es nun schon das vierte Jahr hintereinander auch die sogenannte Nikolausspende am Gymnasium, initiiert von der Bolivien-und Eine-Welt-AG, die immer in die Projekte von ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschüler fließt, die in weit entfernten, bedürftigen Staaten ein Freiwilliges soziales Jahr ableisten. Auch in diesem Jahr sind drei der letztjährigen Abiturientinnen unter verschiedenen Trägerschaften ins Ausland aufgebrochen: Sarah Kubela nach Bolivien, Hannah Wild nach Ghana und Janina Schmidt auf die Philippinen. Sie arbeiten vor allem mit benachteiligten Kindern und halten, als ehemalige Mitwirkende in der AG, regen Kontakt zu den neuen AG-Mitgliedern und freuen sich über jede finanzielle Unterstützung ihrer alten Schule. Mit der Nikolausspende, die am „Send-a-Claus-day" durch Spendensäckchen in jeder Klasse eingesammelt wird, sollen dieses Mal Schulmaterialien wie Papier, Malstifte, Bastelartikel eingekauft werden, weil sie in Ghana kaum oder nur in schlechter Qualität vorhanden sind. Medikamente für schwer kranke Kinder werden auf den Philippinen benötigt, und in Bolivien sollen u.a. damit vor Weihnachten die Sparzinsen für die Schuhputzer erhöht und Lebensmittelzuschüsse für arme Familien finanziert werden.
Erika Gaiser

Der selbstgebastelte Nikolaus