Die Eine Welt - AG
Zum ersten Mal waren die AG-Mitglieder ganztägig mit Gleichgesinnten anderer Schulen beim Schüler/innenkongress „Global eyes" der dieses Jahr in Freiburg stattfand. Da das Programm des Kongresses nach einführendem Theaterspiel aus mehreren Workshops für verschiedene Altersgruppen bestand, teilten sich die Teilnehmer in Kleingruppen auf, um die unterschiedlichsten Workshopangebote zu nutzen.
So nahmen die Schramberger Gymnasiastinnen aus Klasse 8 morgens an den Workshops "Plastikmüll auf der Spur" und "Junge Menschen haben Rechte" teil. Was sie dort erfuhren, ließ sie sehr nachdenklich werden.



Laura erzählt: "Als Erstes wurde uns ausführlich erklärt, was das Problem ist und wie genau so viel Plastikmüll in die Ozeane kommt, dass es schon fünf riesige Plastikmüllstrudel auf der Welt gibt und diese von Tag zu Tag sehr stark wachsen. Jeder einzelne trägt seinen Teil der Schuld dazu bei.
Seit dem Workshop schauen wir Läden ganz anders an, alles ist einfach in Plastik eingepackt - sogar trockene Sachen wie Nüsse oder Müsli haben meistens eine Plastikverpackung. Erschreckend ist, dass es fast nichts mehr ohne Plastik zu kaufen gibt.
EröffnungsveranstaltungGut fanden wir auch, dass wir viele praktische Stationen zu dem Thema machen durften, wie z.B. eine Peeling Creme herstellen, weil in den meisten Körperpflegeprodukten ebenfalls Plastik enthalten ist. Aber das Tollste war immer noch, als jeder von uns sein eigenes Frischhaltetuch aus einem ganz normalen Stoff, einer Mischung aus Öl und Wachs, herstellen durfte - es geht auch ohne Plastik".
Jorid : "Im Workshop über Kinderrechte ging es speziell über die Kinderrechte in Peru und Bolivien. Die Kinder arbeiten dort meist um das Familieneinkommen zu verbessern und um ihre Schulausbildung zu finanzieren. Darum finden sie es auch nicht gut, dass manche Organisationen und die Regierung entweder wollen, dass Kinder gar nicht arbeiten oder dass sie erst ab 14 arbeiten dürfen. . Manchmal demonstrieren sie sogar, um von der Regierung endlich angehört zu werden
- was für ein Kontrast zu unserem Leben!"
Die teilnehmenden OberstufenschülerInnen des Gymnasiums, die nach dem Abitur ein FSJ in Bolivien bzw. Peru verbringen werden, beschäftigten sich in dem von ihnen ausgewählten Workshop mit der These "Wirtschaften ohne Wachstum?" Hier lag der Fokus auf der weltweiten ungerechten Verteilung von Vermögen und auf der Frage, wie eine Wirtschaft ohne Wachstum als Antrieb funktionieren könnte. Wenn man dem Wirtschaftswachstum entgegenwirken würde, könnte eventuell die Vertiefung der Kluft zwischen Arm und Reich eingedämmt werden. Aber auch negative Auswirkungen wurden in einer großen Runde diskutiert.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen aller 500 Teilnehmer in der Mensa der PH ging es nachmittags für die einen um "Aktivitäten an der Schule in Sachen Eine-Welt", was ja bei uns schon in Ansätzen läuft , aber auch hier gab es neue Anregungen, die anderen beschäftigten sich mit dem Projekt „Adbusting" (engl. „ad" = Werbung und „to bust" = zersprengen) , welches versucht, Werbekampagnen großer Unternehmen zu verändern und durch einen tiefergehenden Aufruf zur Nachhaltigkeit zu vervollständigen. So wird beispielsweise ein Werbespruch für Kurzreisen, angeboten von verschiedenen Fluggesellschaften, von einem „Kurz die Welt erkunden" zu einem „Kurz das Klima killen" verändert. Erzeugt werden dadurch neue Sichtweisen, um eine nachhaltigere und sozialere Haltung gegenüber der Umwelt zu erlangen.
Alle TeilnehmerInnen einschließlich der beiden Lehrkräfte Erika Gaiser und Stefan Oelgeschläger waren sich einig, einen außergewöhnlichen Tag mit vielen neuen Anregungen und Eindrücken erlebt zu haben.