Christina KlausmannDas Erlebnis, ein Jahr in einem fremden Land zu leben, liegt nun schon Monate zurück, längst hat man sich wieder in der Heimat eingelebt und doch präsentierten Christina Klausmann, Elisa Ingelfinger und Gwendolyn Renz ihre Erlebnisse so fesselnd, als wären sie erst gestern aus dem Flieger gestiegen. Verständlich, haben sie doch Erfahrungen gemacht, die sie nicht vergessen werden. Da ist zum einen die überwältigende Landschaft von Bolivien mit ihren subtropischen Wäldern, den Salzseen und der imposanten Bergwelt, zum anderen sind da die Menschen mit ihrer Lebensfreude, dem Tanz, den farbenfrohen Trachten, aber auch ihre Armut und die alltägliche Gewalt, der viele ausgesetzt sind.
Bei ihrer Arbeit im Kulturzentrum der kleinen Stadt Indepedencia lernte Christina Klausmann vor allem die Situation der Kinder kennen, die sie im dortigen Kindergarten betreute, wo man versucht, ihnen den Start in ein besseres Leben zu ermöglichen, indem man ihnen Grundfertigkeiten, die sie in der Schule brauchen werden, vermittelt. Aber auch auf Missstände in der Stadt versuchte sie mit anderen Freiwilligen vor Ort Einfluss zu nehmen, so wurde eine Aktion initiiert, die die Müllentsorgung verbessern soll.

Elisa IngelfingerÜber 2000 Kilometer entfernt in La Paz, einer der größter Städte dieses ärmsten Landes Südamerikas, hatte Elisa Ingelfinger es vor allem mit Mädchen zu tun, die aus ärmsten Verhältnissen stammen und oft Opfer von häuslicher Gewalt waren. Ihnen bietet das Mädchenheim „Ninas Obrajes" Schutz und Betreuung, regelmäßige Mahlzeiten, medizinische Betreuung, aber auch Ausflüge wie eine Pilgerreise nach Copacabana am Titicaca-See. Auch sie wurde von der Bolivien-AG finanziell unterstützt. Während Christina Klausmann ein heruntergekommenes Spielhaus wieder herrichten konnte, hat Elisa Ingelfinger die Spendengelder genutzt, um die verschlissenen Tische neu zu streichen und ein Kasperletheater für die Kleinen zu errichten.

Gwendolyn RenzAus einer völlig anderen Welt berichtete dann Gwendolyn Renz, die ein Jahr in Jerusalem gearbeitet hatte. Einprägsam waren nicht nur ihre Beschäftigung mit den sechs geistig behinderten Mädchen, sondern auch das Erlernen der hebräischen Sprache und die Auseinandersetzung mit der Geschichte Israels und den Besonderheiten der israelitischen Gesellschaft. Hinzu kam der Nahost-Konflikt, der gerade während ihres Aufenthalts mit dem Gazakrieg wieder aufflammte. Trotz all der Arbeit blieb auch ihr Zeit für Ausflüge in ein Land, das zum Bersten angefüllt ist mit Geschichte und dessen unterschiedliche Landschaften faszinieren. Ein besonderes Erlebnis war der einwöchige Wintereinbruch, der Jerusalem weitgehend lahmlegte, Schnee in der heiligen Stadt – ein seltenes Ereignis.

Zeit für Rückfragen


„Ist ein Jahr nicht zu lang?" „Welche Kosten kommen auf einen zu?" „Welche Tätigkeitsfelder gibt es?" – dies und anderes wollten die anwesenden Schülerinnen und Schüler im Anschluss geklärt wissen, denn viele von ihnen überlegen sich, nach dem Abitur ebenfalls ein FSJ im Ausland zu verbringen. Sie dürften in ihrem Vorhaben bestärkt worden sein.