Familie Meyer in den 30er Jahren„In der NS-Zeit gab es in Schramberg lediglich eine jüdische Familie - die Familie Meyer, die 1912 unter dem Namen ‚Schramberger Majolikafabrik‘ die örtliche Steingutfabrik übernahm “, berichtete Frau Annette Hehr vom Stadtmuseum Schramberg, einen Tag nach dem Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz vor 75 Jahren, bei ihrem Besuch in der Klasse 9c, und erzählte weiter, wie die Familienangehörigen während der Herrschaft der Nationalsozialisten nach Großbritannien und in die USA flohen. Dieses Beispiel verdeutlichte den Schülerinnen und Schülern der Klasse, die sich die letzten Monate im Unterricht intensiv mit der Zeit den Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg auseinandergesetzt hatten, dass Ausgrenzung und Verfolgung in jener Zeit überall, sogar in ihrer Heimatstadt stattfand.



Ebenso zeigte Frau Hehr den Schülern anhand von Bild- und Textquellen, welche weiteren Gruppen von der Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten betroffen waren, darunter auch behinderte oder suchtkranke Menschen. Durch ein kleines Experiment konnten die Jugendlichen selbst erfahren, wie es sich anfühlt, am Rand zu stehen und nicht Teil einer großen Gemeinschaft zu sein.
Letztlich war der Besuch von Frau Hehr ein guter Abschluss der Unterrichtseinheit, da Bekanntes wiederholt, aber auch der lokale Bezug hergestellt und damit ein persönlicherer Zugang für die Schüler zum Thema ermöglicht wurde. Vielen Dank dafür!
Manuela Weber und Daniela Brand
Bildquelle: Firmenarchiv Majolika