Gruppenbild im Estadio Santiago BernabéuDie Studienfahrt des Spanisch-Leistungskurs des Gymnasiums Schramberg bot ein abwechslungsreiches und spannendes Programm, das den Schülern einen vielseitigen Blick auf die Städte Madrid und Toledo sowie auf die spanische Kultur und Tradition ermöglichte.
Nach der Anreise mit dem Auto zum Euroairport in Basel und dem ruhigen Flug von dort nach Madrid waren sowohl alle Schüler als auch die beiden Begleitlehrerinnen Ruth Bihlmaier und Regina Rüf erleichtert, wieder festen Boden unter ihren Füßen zu haben. Nachdem auch die letzten Schüler ihre Koffer erfolgreich vom Gepäckband geholt hatten, ging es auch schon auf direktem Wege zu den Gastfamilien, in welchen sowohl Schüler als auch Lehrer in den folgenden Tagen untergebracht sein sollten.



Die Schüler hatten die Möglichkeit, bei einigen aufschlussreichen Gesprächen und einem Abendessen sowohl ihre Gastfamilien als auch die kulinarischen Köstlichkeiten, welche Spanien zu bieten hat, kennenzulernen. Für all jene, die dann immer noch nicht müde genug waren oder sich trotz Müdigkeit nochmals dazu aufraffen konnten, galt die Devise: „Raus aus dem Haus und rein ins Viertel, um sich mit den Mitschülern zu treffen“, der Rest ging auf direktem Wege ins Bett, um dem Programm des nächsten Tages, welches durchaus gut durchgeplant war, standzuhalten. Am Montagmorgen nach dem Frühstück ging es für alle direkt nach Madrid in die Stadt, um gemeinsam mit einer Führerin den Königspalast zu besichtigen. Der Königliche Palast von Madrid ist das Stadtschloss sowie die Residenz des spanischen Königshauses und zieht Touristen aus allen Ländern an. Nach einem gemeinsamen Spaziergang durch die Stadt waren alle allmählich hungrig geworden und darum wurde auch die Pause eingeläutet, in welcher die Schüler ihre „Bocadillos“, die belegten Brote, welche sie von ihren Gastfamilien bekommen hatten, genossen. Nach dem gemeinsamen Picknick wurde noch der von den Habsburgern erbaute und auch nach diesen benannte Stadtteil „Madrid de los Austrias“ besichtigt. Im Anschluss daran hatten alle etwas Zeit zur freien Verfügung und am Abend nutzten alle Schülerinnen, ja wirklich nur die Schülerinnen mit den beiden Lehrerinnen die Möglichkeit, ein für Spanien traditionelles „Teatro Flamenco“ auf sich wirken zu lassen, bevor der erste Tag sich dem Ende entgegen neigte und sich alle zum Abendessen in die Gastfamilien begaben. Der Dienstag, welcher für einige Schüler gleich in mehrerlei Hinsicht ein Highlight der gesamten Reise darstellte, spielte sich ebenfalls in Madrid ab. Am Vormittag wurden sowohl der „Parque del Retiro“ als auch der „Palacio de Cristal“ besucht, woraufhin eine Museumsführung im Prado stattfand. Der „Parque del Retiro“ ist ein sich über gut einen Quadratkilometer erstreckender Park, welcher aus den Gärten der einstigen Schlossanlagen hervorging und in dessen Mitte sich der Kristallpalast, ein Gebäude aus Metall und Glas bestehend, befindet, in welchem es wechselnde Kunstausstellungen zu bewundern gibt. Am Nachmittag und Abend waren dann nicht nur, aber vor allen Dingen für die Fußballbegeisterten unter den Schülern die wahren Highlights der Reise angesagt. Beginnend mit einer Besichtigung des „Santiago Bernabéu“, dem Stadion des Fußballvereins Real Madrid, sowie dem Trophäenmuseum der Mannschaft und gefolgt vom Besuch des Championsleaguespiels von Atlético Madrid gegen den deutschen Fußballclub Bayer 04 Leverkusen. Trotz Sitzplätzen im Fanblock des Atlético Madrid schlug bei einigen Schülern das Fanherz klar für die Fußballmannschaft aus Leverkusen, welche das Spiel aber dennoch nicht für sich entscheiden konnte und der spanischen Mannschaft mit 0:1 unterlag. Nach dem abschließenden Abendessen in den Familien waren die Schüler zwar glücklich, aber dennoch müde und begaben sich in ihre Betten, um am nächsten Tag für die Fahrt nach Toledo fit zu sein. Angekommen in Toledo wurden von der Gruppe die ehemalige Synagoge „Sinagoga del Tránsito“ sowie das „Museo Sefardi“, in welchem die Geschichte der Juden und ihrer Nachfahren, welche bis zu ihrer Vertreibung auf der Iberischen Halbinsel lebten, thematisiert wird, besichtigt. Da das Wetter an diesem Tag ausnahmsweise alles andere als gut war und nicht wie an allen anderen Tagen die Sonne schien, nutzten die Schüler die Mittagspause dazu, sich in einem Café bei einer heißen Schokolade, den typisch spanischen „Churros con Chocolate“, einem frittierten Gebäck, zu welchem Schokolade gereicht wird, oder Ähnlichem aufzuwärmen und zumindest für eine kurze Zeit der Kälte und dem Regen zu entfliehen. Nachdem alle frische Kraft getankt hatten, ging es für die Schüler, unterteilt in zwei Gruppen, in das Museumshaus von „El Greco“ und die ursprüngliche Synagoge, welche zu einer katholischen Kirche umgewandelt wurde und heute als Museum „Santa Maria La Blanca“ dient. El Greco war ein Maler griechischer Herkunft, welcher nach Spanien übersiedelte und sich in seinen Bildern überwiegend mit der Darstellung religiöser Themen sowie Portraits beschäftigte. Da die Witterungsverhältnisse sich auch am Nachmittag nicht verbesserten, machte sich die Gruppe schon früher als geplant wieder auf den Weg zu dem Busbahnhof von Toledo und von dort aus mit Bus und Metro zurück bis in das Viertel, in welchem alle untergebracht waren, wo dann alle noch etwas Zeit zur freien Verfügung genossen. Spätestens beim Abendessen in den Familien wurde dann allerdings allen bewusst, dass der darauffolgende Tag auch schon der letzte Tag in Madrid sein sollte, an welchem es nochmals Programm gab. Am Donnerstag dann bildeten sich alle in Sachen moderne Kunst bei einem Besuch im Museum Reina Sofía, in welchem sich unter anderem das weltweit bekannte Kunstwerk „Guernica“ von Pablo Picasso befindet, weiter. Auf das alltägliche Picknick folgte an diesem Tag Freizeit, welche die Schüler dazu nutzen konnten, sich einige Teile der Stadt nochmals genauer anzusehen, kleine Mitbringsel für Familie und Freunde zu besorgen oder sich an einen Ort zu setzen und das Ambiente der Stadt und des bestimmten Ortes einmal in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Am Abend trafen sich alle nochmals mit den Lehrerinnen, um gemeinsam in einem Lokal bei einem Getränk und einigen Gesprächen die Studienfahrt Revue passieren zu lassen. Nach einer letzten Nacht bei den Gastfamilien wurde die verbleibende Zeit noch für letzte Einkäufe im nahegelegenen Einkaufszentrum „La Vaguada“ genutzt, bevor es wieder zurück nach Hause ging, wo alle nach der pünktlichen Landung und der schnellen Gepäckausgabe zwar geplättet von einer anstrengenden Reise, aber auch glücklich und mit neuen Erkenntnissen zurückkehrten.
Thalia Fehrenbacher (Jg. 12)