Die FirmenZu Beginn des Schuljahres 2018/19 hatten die Schülerinnen und Schüler der 10.Klassen die Möglichkeit, an einer Schülerfirma mitzuwirken. Eine Schülerfirma ist Teil des JUNIOR-Programms, dessen Ziel es ist, die Wissensdefizite von Schülern in Ökonomie und Finanzen aufzuarbeiten. Darüber hinaus bietet die Mitarbeit an einer Schülerfirma eine noch bessere Vorbereitung auf ein späteres Studium oder eine Ausbildung. Die Schüler bekommen die Möglichkeit, selbst in die Rolle eines Unternehmers zu schlüpfen, eine eigene Produktidee oder Dienstleistung zu entwickeln und sich um Marketing, Verkauf und Finanzen zu kümmern. Die Schülerfirmen des Gymnasiums unter dem JUNIOR-Programm laufen unter dem Namen „Start-Up in der Schule“ und werden intensiv von Lehrkräften sowie von JUNIOR selbst beispielsweise durch Workshops begleitet.




Ziel des Projektes ist es, den Mitwirkenden viel Praxiserfahrung zu schenken und sie teilweise auch bei der Berufsorientierung zu unterstützen. Außerdem dienen sie den Schülern zur Stärkung ihrer eigenen Sozialkompetenzen. Aufgrund des hohen Interesses der Schüler der 10.Klassen konnten zwei Schülerfirmen entstehen, welche nun wieder aufgelöst wurden.
Stündlich werden 320.000 Coffee-to-go Becher weggeworfen (Quelle: Deutsche Umwelthilfe), das war der Anstoß für die Schüler der Schülerfirma „CuBoo“, ihr Produkt zu entwerfen. So begannen die Schüler im September, die Idee zu ihrem Produkt, einem Mehrwegbecher aus Bambus, welcher von ihnen selbst von Hand bemalt und gestaltet wurde, zu entwickeln und zeitgleich den Betrieb organisatorisch aufzubauen. Nachdem sie diesen Schritt gegangen waren, wurde mit dem Verkauf von Anteilsscheinen begonnen, wodurch sie sich ein Startkapital erwirtschafteten. Daran schlossen sich Anfragen bei diversen Lieferanten, von welchen die Schüler sich Angebote für ihre Rohlinge, die Bambusbecher, einholten. Danach musste alles sehr schnell gehen, denn kaum war die erste Lieferung von Bechern eingetroffen, stand der erste Verkauf bevor, für welchen die Firma bemalte Becher benötigte. „Die Motive wurden zuerst mit Bleistift von den künstlerisch Begabten unter uns auf die Becher gemalt, dann von den anderen nachgezeichnet und schließlich im Ofen gebrannt, sodass sie auch spülmaschinenfest sind“, erklärt Rosa-Maria Schneider, die Vorständin der Schülerfirma „CuBoo“ in der Versammlung. Zusätzlich zum Erwerb von Bechern, welche von der Firma bereits vorgefertigt waren, hatten die Kunden die Möglichkeit, selbst Becher mit Wunschmotiven zu bestellen, welche daraufhin von der Schülerfirma individuell angefertigt wurden, und auch einige Becher mit Eine-Welt-Motiven konnten dank einer guten Kooperation mit dem Eine-Welt-Laden Schramberg dort ausgestellt und auch verkauft werden. Bis Juli konnten dann fleißig Becher verkauft werden, welche mit viel Mühe und unter großem Zeitaufwand hergestellt wurden. Zum Ende ihres Vortrags über das Firmenjahr zogen Rosa-Maria Schneider und Orell Stephan, Zuständiger für die Organisations- und Personalabteilung der Schülerfirma „CuBoo“, ein Resümee. „Dabei ist zu betonen, dass unser positives Fazit ganz klar überwiegt“, so Rosa-Maria, denn die Schülerfirma sei für sie alle sehr lehrreich gewesen, habe es ihnen ermöglicht, selbst Verantwortung zu übernehmen, ein Projekt mit ihren Freunden auf die Beine zu stellen, gemeinsam Spaß zu haben und ihren ohnehin guten Teamgeist mit der Zeit noch weiter zu stärken. Nach der Auflösung der Schülerfirma werden die Anteilseigner mit dem neuen Wert ihrer Firmenanteile ausbezahlt und der Rest wird an den Eine-Welt-Laden gespendet. Die Schülerfirma „CuBoo“ bedankt sich bei all ihren Unterstützern und vor allem bei dem Eine-Welt-Laden Schramberg für die gute Zusammenarbeit in ihrem Firmenjahr.
Übergabe der Spende an die Eine Welt - AGEin Projekt zu finden, das für alle Mitglieder der Schülerfirma umsetzbar ist und gleichzeitig Spielraum für Kreativität bietet, das machten sich die Schüler der Schülerfirma „baggygoods“ zur Aufgabe. Ihr Produkt, welches diese Punkte erfüllt, sind Taschen, gleich viererlei verschiedene. Im Angebot der Schülerfirma fanden sich somit Multifunktionstaschen, Tragetaschen, Beutel sowie Mäppchen, natürlich alles selbst angefertigt. Nach der Findung des Produktes und dem Erwerb des Startkapitals durch den Verkauf von Anteilsscheinen an Mitschüler, Eltern, Lehrer und andere wurde auch schon damit begonnen, Stoffe für die Taschen zu suchen, um schnellstmöglich erste Ergebnisse zu sehen. Dabei war es den Schülern ein Anliegen, alte Stoffe, welche nicht mehr benötigt wurden, zu upcyclen. Darüber hinaus erhielten sie noch Stoffspenden, die zu Taschen verarbeitet wurden und so den Produktionspreis gering hielten. Anders als die Schülerfirma „CuBoo“ produzierten die Mitarbeiter von „baggygoods“ die Taschen zu Hause an der Nähmaschine, „das war bei dem Schulalltag und den Klassenarbeiten, welche wir nebenher zu bewältigen hatten, manchmal eine ganz schöne Herausforderung“, betonte Vanessa Dieterle, Mitarbeiterin der Finanzabteilung, bei der Abschlussvollversammlung der Schülerfirmen. Um ihre Ergebnisse zu sichten und sich über die weitere Vorgehensweise und neue Ideen auszutauschen sowie Verkäufe zu planen, trafen sie sich wöchentlich. Das Projekt wurde von den Mitgliedern als positiv bewertet, denn es habe ihnen in vielerlei Hinsicht neue Erfahrungen geschenkt. So sehen sie jetzt die Chancen und Risiken, welche die Selbstständigkeit mit sich bringt. Außerdem haben sie viel erfahren über ihre eigenen Interessen und den Zeitaufwand für solch ein Projekt. Auch über das praktische Handeln oder die wirtschaftlichen Grundprinzipien haben sie viel gelernt. Das Projekt habe es den Schülern ermöglicht, sich sowohl als Gruppe als auch einzeln besser kennenzulernen und als Klassenstufe noch mehr zusammenzuwachsen. Und auch wenn es nicht ihr Ziel gewesen sei, nach diesem Firmenjahr mit Gewinn aus dem Projekt zu gehen, sei ihnen das gelungen. Diesen Gewinn möchten sie an die Eine-Welt-AG des Gymnasiums Schramberg spenden, die das Geld dann ehemaligen Schülern zugute kommen lässt, welche sich dazu entschlossen haben, nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Entwicklungsland zu absolvieren, wobei sie auf Spenden angewiesen sind. „Auch wenn das Projekt sehr zeitaufwändig war, würden wir es in jedem Fall wieder machen, denn es hat uns um viele Erfahrungen auch in Bezug auf unsere Zukunft sehr bereichert, und das Positive, was innerhalb dieses Jahres geschehen ist, überwiegt deutlich“, zogen Vanessa Dieterle und Elisa Brugger, Vorständin von „baggygoods“, zum Ende der Abschlussvollversammlung Bilanz. Nach den Informationen beider Schülerfirmen über ihre Firmenjahre hatten die anwesenden Anteilseigner bei einer offenen Fragerunde noch die Möglichkeit, an genauere Informationen zu gelangen. Im Anschluss daran bestand noch die Möglichkeit, mit einzelnen Schülern über das Firmenjahr zu sprechen sowie die Veranstaltung bei ein paar Snacks und Getränken ausklingen zu lassen.
Thalia Fehrenbacher (Jg. 11)