Die lieben NachbarnAm Anfang war der Kurzschluss – und die Bühne wurde hell, für den Künstler und seiner Verlobten aber wurde es dunkel, sie tapsten nun, nichts sehend, für das Publikum gut sichtbar durch die Szenerie der „Dunklen Komödie“ von Peter Shaffer. Für den verarmten Künstler Brindsley Miller, gespielt von Nico Thörmer, eine Katastrophe, will er doch an diesem Abend einem russischen Oligarchen seine Arbeiten vorstellen. Doch stattdessen tauchen ungebetene Gäste auf: die alkoholaffine Nachbarin (Amelie Pfaff), der zackige Colonel Melkett (Urs Neumann), der sein Tochter Carol (Verena Kley) besuchen will, und sein feinsinniger Nachbar, mit dessen antiken Stühlen, Lampen, Schalen und Vasen Miller seine armselige Wohnung aufgemöbelt hat.


Der Mann vom E-WerkAnfangs bedeckt die Dunkelheit noch seine Geheimnisse und es gelingt ihm auf leisen Socken, einiges an Mobiliar wieder zurückzubringen. Doch als dann noch seine schlagfertige Ex Clea (Jule Hermann) und der kunstbegeisterte Mann vom E-Werk (Orell Stephan) auftauchen, gerät die Situation (und der Künstler) endgültig außer Kontrolle. Und dieses komödiantische Potential nutzte das Ensemble der Theater-AG unter der Leiter von Roland Eisele. Neben der Situationskomik belustigte das Publikum vor allem der Kontrollverlust, den die Personen des Stückes mit der Zeit erleiden und den die Schauspieler genüsslich zelebrierten. Die sich steigernde Verzweiflung des überforderten Künstlers und die Verwirrung der anderen amüsierte die Zuschauer prächtig, die auch rhythmisch miteinstiegen, als die inzwischen sturzbetrunkene Nachbarin „We will rock you“ anstimmte. Als zum Schluss der lang erwartete Millionär (Sophie Kussberger) eintrifft, kommen alle Geheimnisse des Künstlers ans Licht: seine Armut, der Diebstahl, seine heimliche Verlobung, seine noch heimlichere Liebe zu Clea und all die anderen Lügen, die die großen kaschieren sollten, so dass nicht nur eine unersetzliche Antiquität zu Bruch geht. Am Ende „ward es Licht“ und alles aus.

Auch Clea ist inzwischen eingetroffenGleich ist Schluss!