Errichten einer WandWie in Mathematik anstelle von Pauken das Tun treten kann, erfuhr die Klasse 7a bei der Wiederholung des Themas Maßstabrechnen und Rechnen mit Größen aus Klassenstufe 5 im Dezember 2017.
Auf dem Pult lagen bunter Tonkarton, kein Arbeitsblatt und kein Schulbuch. Die Hausaufgabe hatte darin bestanden, Schere, Kleber und einen Meterstab anstelle von Heften und Büchern mitzubringen. In der gesamten Doppelstunde gab die Lehrerin nur eine einzige Anweisung: Erstellt gemeinsam ein Modell eures Klassenzimmers im Maßstab 1:25!
Die Schülerinnen und Schüler teilten sich Kleingruppen zu. Zwei Jungen kümmerten sich um die Bodenfläche, weitere Zweiergruppen jeweils um eine der Wandflächen, um besondere Einrichtungsgegenstände oder um Vorhänge.





Kurz vor der VollendungEine größere Gruppe Mädchen wagte sich an die Aufgabe, die bald die größte Herausforderung darstellen wird: die genaue Anzahl an Tischen und Stühlen maßstabgetreu und trotzdem stabil anzufertigen und an der richtigen Stelle zu positionieren.
Der größte Gegner: die Zeit. Mit dem Ende der Doppelstunde musste das Modell stehen. Die Klasse nahm die Herausforderung an und es herrschte bald ein buntes Treiben im Klassenzimmer. Überall wurde gemessen, gerechnet, gezeichnet, geschnitten und geklebt. Langsam nahm das Modell Form an. Allerdings rückte das Stundenende unaufhaltsam näher und noch standen nicht alle Miniaturtische und -stühle. Schließlich kamen Fragen auf, die in Mathematikstunden (leider!) eher weniger häufig gestellt werden, beispielsweise: Können wir nicht eine Stunde dranhängen? Doch mit vereinten Kräften wurden die Teile kurz vor dem Klingeln zusammengesetzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Einige Arbeiten der Schülerinnen und Schüler lassen besonders viel Sorgfalt erkennen. Im Bereich der Tafel ist beispielsweise jedes Detail abgebildet. Es fehlt weder die Aluminiumleiste, die die Tafelfläche umrandet, noch das Geodreieck oder der Kartenhalter an der Wand. Das Modell ist noch für eine Weile im Klassenzimmer der 7a zu bewundern.
Wer etwas weiterdenken möchte, der überlege sich, wie oft das gebaute Modell in das echte Klassenzimmer reinpassen würde. Die Lösung kennt die 7a.
idaktischer Hintergrund der Übung ist das Konzept der Handlungs- und Erlebnisorientierung nach Martin Kramer, siehe http://www.unterricht-als-abenteuer.de.
Luisa Allgaier

Das fertige Modell