Fragen zur ThorarolleHevenu shalom alechem – mit dem Anstimmen des alten jüdischen Volksliedes begann die Besichtigung der Freiburger Synagoge. Unter Anleitung des Kantors Moshe Hayoun versuchten sich die Sechstklässler zum ersten Mal im hebräischen Gesang, anfangs noch zurückhaltend, dann aber immer mutiger. Nach diesem musikalischen Auftakt führte Moshe Hayoun in das jüdische Gemeindeleben ein, immer mit Rückfragen an die Schüler. Schon bei der Ankunft stach ihnen ein Unterschied zwischen einer Synagoge und einer Kirche ins Auge, besteht doch eine Synagoge nicht nur aus dem Gebetssaal, sondern umfasst noch viele weitere Räume. Zwei Gedenktafeln für die Opfer des nationalsozialistischen Terrors erinnern im Eingangsbereich an die Leidenszeit der Juden in Freiburg und auch die eicherne Eingangstür zum Gebetssaal ist ein Zeugnis dieser Zeit, denn diese reich verzierten Türflügel konnten vor der Zerstörung der Synagoge in der Reichspogromnacht gerettet werden.


Doch wieso wurde der Gebetssaal im Grundriss des Davidssterns errichtet? Warum müssen Männer drei Mal am Tag beten, Frauen aber nicht? Warum spricht man im Judentum den Namen Gottes nicht aus? Auf all diese Fragen ging Moshe Hayoun ein, schilderte lebendig und humorvoll jüdische Bräuche und zeigte den Schülerinnen und Schülern Gebetsmantel und Gebetsriemen. Dann öffnete er den Thoraschrein und gab so den Blick frei auf die Thorarollen, von denen er eine sehr alte herausholte und ausrollte. Natürlich baten ihn die Schüler sofort, daraus vorzulesen, ihr zweiter Kontakt mit der hebräischen Sprache am heutigen Tag. Mit zahlreichen Fragen bestürmten sie Moshe Hayoun im Anschluss an seine Lesung des Lobgesangs Israels aus 2.Mose 15, denn es setzte sie in Erstaunen, wie man eine so gewaltige Pergamentrolle mit der Hand beschreiben kann, und dies ohne jeden Fehler. Auf alle Fragen wusste Moshe Hayoun zu antworten und als die letzte geklärt war, bedankten sich die Schülerinnen und Schüler mit einem herzlichen Applaus für diesen anschaulichen Einblick in die jüdischen Glaubenspraxis.