1. Tag: Hinfahrt nach Kamienna Góra über Dresden
In DresdenAm frühen Morgen des 1. Aprils warteten 22 Schüler gut gelaunt auf den Beginn des Schüleraustausches mit der polnischen Partnerschule in Kamienna Góra. Zum 15. Mal hatten Schüler des Gymnasiums die Chance, sich auf den Weg zu machen, um eine Woche lang in einer polnischen Gastfamilie zu leben und zusammen mit den Austauschschülern viel Neues zu erleben. Begleitet wurden wir von Frau Schmidt und Herrn Laudes. Auf der langen Fahrt machten wir noch einen Zwischenstopp in Dresden, bei dem uns von den Lehrern zunächst die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie die Semper Oper oder der Zwinger gezeigt wurden.



Anschließend hatten wir auch noch Zeit, auf eigene Faust die Stadt zu erkunden. Trotz des herrlichen Wetters mussten wir aber bald wieder in den Bus steigen, denn wir hatten immer noch einiges an Strecke vor uns. Als es schon dunkel war hatten wir es dann geschafft und konnten endlich den Bus verlassen. Danach ging alles ziemlich schnell, wir bekamen unsere Koffer, gingen in die Schule und trafen zum ersten Mal auf unsere polnischen Austauschpartner. Nach einer kurzen Begrüßung der polnischen Lehrer machten wir uns mit den Gastfamilien auf den Weg nach Hause und wir freuten uns alle, endlich angekommen zu sein.
Felicia Weißer

2. Tag: Kamienna Góra – Kowary Freilichtmuseum
KennenlernenNach der ersten Nacht in unseren Gastfamilien trafen wir uns im Kulturclub von Kamienna Góra, um uns gegenseitig besser kennenzulernen. In getrennten deutschen und polnischen Gruppen ging es darum, auf einem Plakat festzuhalten, was man mit dem jeweilig anderen Land alles verbinden kann. Beim Vorstellen der Ergebnisse auf Deutsch oder Englisch stellten sich auch einige Klischees heraus, und die neuen Erkenntnisse trugen somit dazu bei, die andere Kultur besser kennenzulernen. Anschließend wurde in deutsch-polnischen Gruppen gearbeitet. Ziel war es, die jeweiligen Erwartungen, welche man an den Austausch hatte, aufzuschreiben und mit Kreativität ein eigenes Layout für den Austausch zu entwerfen. Die Ergebnisse reichten vom gegenseitigen Kennenlernen der Kultur über die Erkundung des anderen Landes und der Sprache bis hin zum Treffen neuer Menschen. Ein gelungener Auftakt des Austausches, der es uns ermöglichte, erste Bekanntschaften mit unseren polnischen Austauschpartnern zu machen.
Nach dem Aufenthalt im Kulturclub liefen wir durch die Stadt Kamienna Góra und lernten sie und ihre Denkmäler kennen. Endziel waren die Untergrundtunnel des nationalsozialistischen ARADO-Projekts aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, welches wir besichtigten. Dazu teilten wir uns in eine deutsche und eine polnische Gruppe auf und hatten unsere Führung in der englischen beziehungsweise polnischen Sprache. Natürlich war es recht dunkel und kalt in den Tunneln, aber trotz allem war die Führung sehr interessant und lehrreich.
Im MiniaturmuseumNach einer Busfahrt von etwa 30 Minuten erreichten wir den Ort unseres nächsten Programmpunktes, welcher aus einem Besuch eines Miniaturmuseums bestand, in welchem die wichtigsten und beeindruckendsten Gebäude Niederschlesiens zu sehen sind. Unsere Führerin, welche selbst fließend Deutsch spricht, begrüßte uns freundlich und zeigte uns der Reihe nach wichtige Schlösser und Attraktionen, die schon in Miniaturgröße beeindruckend waren. Da beim bisherigen Schüleraustausch zwischen Kamienna Góra und Schramberg im Regelfall ein Besuch auf der „Schneekuppe“ stattfand, welche dieses Jahr aber aufgrund der noch winterlichen Wetterverhältnisse auf der Höhe nicht besichtigt werden konnte, hatten wir im Museum die Möglichkeit, den größten Berg Niederschlesiens wenigstens in kleiner Form zu besteigen. Außerdem waren viele Schlösser und Kirchen zu sehen, welche wir teilweise auch noch in echt besuchten. Nachdem die Führung abgeschlossen war, hatten wir Gelegenheit, das Museum auf eigene Faust zu erkunden, wonach wir mit dem Bus zurück nach Kamienna Góra fuhren und einen freien Nachmittag mit unseren Familien verbrachten.
Laura Sänger, Larissa Motzer, Vera Petri

3. Tag: Krzeszów – 12 Apostel –Schulbesuch Kamienna Góra
Beim WebenAm dritten Tag des Austauschs war zunächst der Besuch der St. Josephskirche in Krzeszów angesagt. Außer der Kirche selbst haben wir auch das Mausoleum besichtigt. Um 10:30 Uhr ging es dann weiter Richtung Chełmsko Śląskie, wo wir die Häuser der zwölf Apostel besuchten. Dort machten wir Workshops zum Thema Weben. Die Prozedur des Webens wurde uns näher gebracht und wir durften sogar selbst Hand anlegen. Als Nächstes haben wir an kleinen Webrahmen Wolle gewebt und durften uns dann kleine Beutelchen bemalen, in denen wir Sesamsamen mitgenommen haben. Mittags ging die gesamte Gruppe in Kamienna Góra im Restaurant Pod Kłosem essen.
Nach dem gemeinsamen Essen ging es weiter mit einem Besuch in der Schule mit Führung durch den Schulleiter. Die Ansprache des Schulleiters wurde sogar vom lokalen Fernsehen übertragen. Nachdem wir die kreativ gestalteten Klassenzimmer bestaunt hatten, durften wir uns in der Sporthalle mit den polnischen Schülern in einem Volleyballspiel messen. Schüler und Schülerinnen, die kein Volleyball spielen wollten, hatten währenddessen Spaß beim Bowling.
Der Abend dieses Tages wurde uns zur freien Gestaltung überlassen.
Felicia Staiger, Amelie Straub, Isabell Kußberger

4. Tag: Breslau
In BreslauAm Dienstagmorgen trafen wir uns wieder an der Bushaltestelle und fuhren dann mit dem Bus nach Breslau, wo wir um kurz vor 11 Uhr ankamen. Unser erster Programmpunkt war die Besichtigung des Museum of Panorama, das ein riesengroßes Panoramagemälde von der Schlacht bei Raclawice von 1794 zeigt. Wir deutschen Schüler bekamen Audioguides und damit konnten wir den Verlauf der Schlacht Schritt für Schritt mit dem Gemälde mitverfolgen. Danach fuhren wir mit dem Bus zu Hydropolis, einem Museum, das sich rund um mit dem Thema Wasser beschäftigt. Da wir etwas zu früh dran waren, machten wir eine kleine Pause und tranken Kiffee oder aßen etwas. Hier wurden wir in eine deutsche und eine polnische Gruppe getrennt, wobei die polnische Gruppe einen polnischen, die deutsche einen englischsprechenden Guide bekam. Die Führung dauerte ca. 1,5 Stunden und danach hatten wir noch etwas freie Zeit, um uns selber in dem Museum umzuschauen. Als wir dann wieder zum Bus zurückliefen, ging es direkt weiter in die In BreslauAltstadt von Breslau. Dort machten wir einen kleinen Rundgang im ältesten Teil der Stadt und kamen an jeder Menge Kirchen und Brücken vorbei. Die Vielfalt der schönen Kirchen war sehr erstaunlich und so hatten wir einen schönen Weg in die Innenstadt. In der Innenstadt bekamen wir noch ein paar Informationen, wann wir zurückfahren würden und bekamen dann freie Zeit. Wir hatten ca. 3 Stunden freie Zeit, um essen, einkaufen oder uns die Stadt anschauen zu gehen. Viele nutzten die freie Zeit, um etwas zu essen, wobei sich die polnischen Austauschschüler erneut sehr gastfreundlich zeigten und uns einluden, ein bisschen shoppen zu gehen. Mitbringsel und typische kleine Souvenirs für die Familie konnte man in kleinen Läden kaufen. Nachdem wir uns alle nach unserer freien Zeit pünktlich am Treffpunkt trafen, liefen wir gemeinsam zurück zum Bus und fuhren wieder zurück nach Kamienna Góra.
Lorenz Haag, Samuel Schmider und Lilli Knecht

5. Tag: Bärenhöhle und Kłodzko
In der BärenhöhleDer heutige Ausflug startete bei relativ gutem Wetter in Kamienna Góra und führte uns über unebene, schmale Straßen in das gut 1 Stunde und 30 Minuten entfernte Kletno (auf Deutsch: Klessengrund). Unser erstes Ziel war die sogenannte „Bärenhöhle“, die längste und schönste Tropfsteinhöhle der Sudeten. Der Bus parkte ein gutes Stück von der Höhle entfernt, so dass wir zu Fuß einen Waldweg nahmen, um den Eingang der Höhle zu erreichen. Dass wir bei der Führung in drei Gruppen aufgeteilt wurden, konnten wir spätestens im Inneren der Höhle nachvollziehen. Es war sehr kalt und dunkel, wobei man vor allem die hohe Luftfeuchtigkeit, die angeblich fast 100% betragen soll, spüren konnte. Ohne Bergführer könnte man sich in dem rund 2,5 km langen Komplex schnell verlaufen, wobei nur ein sehr kleiner Teil für Touristen zugänglich ist. Das Besondere an der Höhle sind die Funde an Tierknochen, die vor allem von Höhlenbären aus der Eiszeit stammen. Die Skelette konnten wir uns ansehen, da diese wegen der besonderen Luftfeuchtigkeit noch perfekt erhalten sind. Das Highlight waren allerdings die Teile der Marmorhöhle, in der man die Tropfsteine besichtigen konnte. Durch spezielle Lichteffekte wurden die Stalagmiten und Stalagtiten noch verschönert. Zurück im warmen Sonnenlicht, kamen wir um 15 Uhr in Kłodzko (auf Deutsch: Glatz) an und liefen ein Stück durch die schöne Stadt zum Eingang des Untergrundkomplexes. Die Tour wurde von den Lehrern geführt und war im Gegensatz zu den anderen Untergrundstätten gemauert und ausgeschildert. Man bekam einen guten Einblick in das Leben, das sich seit dem Mittelalter in den Gängen abgespielt hat. Die Gänge sind eine direkte Verbindung zwischen den Kellern der Häuser, weshalb die Tunnel früher als Lagerraum und in Kriegszeiten auch zu Wehrzwecken genutzt wurden. Nach der Besichtigung kamen die deutsche und die polnische Gruppe zusammen, um die gegebene Freizeit gemeinsam zu verbringen. Die meisten gingen essen oder schauten sich die Stadt etwas genauer an. Um ca. 17 Uhr ging es schließlich nach Kamienna Góra zurück, wo jede Familie eigene Pläne für den Abend hatte.
Açelya Akcamur, Rebecca Mey, Lorena Thimm

6. Tag: Schloss Fürstenstein – Projekt Riese
Schloss FürstensteinAm Morgen statteten wir dem örtlichen Rathaus von Kamienna Góra einen Besuch ab, in welchem ein Stellvertreter des Bürgermeisters uns offiziell begrüßte. Er erzählte uns unter anderem auch anhand von historisch gestalteten Fenstern die Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner. Anschließend ging es fast direkt zum Schloss Fürstenstein in Walbrzych. Schloss Fürstenstein ist das größte Schloss Schlesiens und beeindruckte uns alle auch direkt mit seinem majestätischen Aussehen. Bei den für polnisch und deutsche Schüler getrennten Führungen durch das Schloss konnten wir die alten Räume des riesigen Gebäudes bestaunen und wurden auch in das unterirdische System des Schlosses Fürstenstein, einem Teil des Baukomplexes "Riese", geführt, welches im Zweiten Weltkrieg als Lager und Hauptquartier für Adolf Hitler geplant war. Baukomplex RieseJedoch wurde dieser Bereich noch nicht gänzlich erschlossen, was man vor Ort allerdings in nächster Zeit erledigen und die Führung somit erweitern möchte. Nach der Führung gab es für uns eine kleine Mittagspause, in der wir es uns nicht nehmen ließen, Restaurants vor Ort aufzusuchen und auch einige Gruppenfotos vor dem gigantischen Gebäudekomplex zu schießen.
Auch der zweite Teil des Tages stand unter dem Aspekt des Zweiten Weltkrieges, indem der Untergrundkomplex von Osówka besichtigt wurde. Es ist ein nicht fertiggestelltes "Komplex-Riese"-Projekt im Eulengebirge, welches von KZ-Gefangenen errichtet wurde und u. U. als unterirdische Stadt für 20 000 bewaffnete Soldaten dienen sollte. Hier wurde uns Schülern noch einmal eindrucksvoll verdeutlicht, in welchen Dimensionen die Nationalsozialisten damals agierten und was es für eine schwere Arbeit war, diese Tunnel freizulegen. Dennoch konnte uns der Komplex beeindrucken. Anschließend war das offizielle Programm des Tages beendet und wir Schüler trafen uns abends wieder, um den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen.
Luca Lang, Noah Karrer, Noah Roth

7. Tag: KZ Groß-Rosen – Jawor- Bolków
KZ Groß-RosenAm 7. April fuhren wir mit dem Bus ins ehemalige Konzentrationslager Groß-Rosen. Dort lernten wir, wie Menschen durch harte Arbeit, mangelnde ärztliche Versorgung und zu wenig Nahrung vernichtet wurden. Die Überlebensdauer lag im Durchschnitt zwischen vier und zwölf Wochen. Wir durften die (nachgebauten) Wohnräume und die Kochstube sowie den Steinbruch, an dem so viele Menschen ihr Leben verloren, besichtigen. Bilder und lesenswerte Texte machten deutlich, wie grausam das Leben in einem KZ war.
In der FriedenskircheDanach besuchten wir die Friedenskirche in Jawor. Sie gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Schlesien. Dort bekamen wir ein wenig Freizeit, um uns eine heiße Schokolade zu kaufen, da es ein sehr kalter Tag war.
Nach dem Aufstieg auf den Aussichtsturm der Burg Bolków gab es die offizielle Abschlussfeier. Hier bedankten sich die Lehrer für die schöne Woche. Inzwischen verstanden sich alle Schüler so gut miteinander, dass wir nun sehnsüchtig auf das Wiedersehen am 26.Mai 2017 warten.
Am Abend organisierten die polnischen Schüler ein gemeinsames Abendessen im Mexikaner. Dort präsentierten sie ihre fantastische Band.
Laura Flaig, Pia Maurer, Melanie Kaupp

Letzter Tag: Rückfahrt über Prag nach Schramberg
In PragWir konnten es kaum fassen, wie schnell die Woche verging, aber es war der Moment des Abschieds gekommen, und dieser war teilweise sehr tränenreich. Nach vielen Umarmungen und mit der Aussicht, sich in Deutschland bald wieder zu sehen, setzten wir uns in den Bus und machten uns auf die Heimreise. Aber ein letzter Höhepunkt wartete noch auf uns: der Zwischenstopp in Prag. Am Vormittag kamen wir dort an und waren zuerst etwas schockiert über die Menschenmassen und die endlos langen Warteschlangen wegen strenger Sicherheitsüberprüfungen nach den Anschlägen in Stockholm und St. Petersburg. Trotzdem hatten wir einen schönen Kurzaufenthalt und konnten die Prager Burg, die Karlsbrücke und noch einige andere Sehenswürdigkeiten bestaunen. Nach einer langen Busfahrt kamen wir abends wieder in Schramberg an, wo wir schon erwartet wurden und uns auch alle freuten, wieder daheim zu sein. Aber vergessen werden wir diese Reise so schnell nicht und wir werden sie alle in guter Erinnerung behalten.
Felicia Weißer
Deutsch-polnische Begegnung