Vera Petri und Anna StorzStellen Aluminiumtrinkflaschen und Alufolie eine Gefahr für uns dar? Diese Frage beschäftigte Anna Storz und Vera Petri der Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums Schramberg seit Beginn der Projektarbeit im Oktober des letzten Jahres. Über 4 Monate hinweg forschten die Schülerinnen daran, ob die Flaschen aus Aluminium und Alufolie Aluminiumionen an ihren Inhalt abgeben. Betreut wurden die beiden über die ganze Projektarbeit hinweg von Christof Bihlmaier und Dr. Birgit Santalucia. Um das naturwissenschaftliche Projekt durchführen zu können, musste zu Beginn erst einmal ein chemischer Nachweis gefunden und optimiert werden, um Aluminiumionen qualitativ bestimmen zu können. Durch fehlende Materialien und nicht lieferbare Chemikalien mussten die beiden letztendlich auf einen Nachweis zurückgreifen, bei welchem das Aluminium mit dem Farbstoff Alizarin S einen roten Farblack eingeht. Nach langer intensiver Forschungsarbeit können die Mädchen stolz ihre Auswertungen zeigen.


Ihr StandMit ihrem Ergebnis können sie eindeutig sagen, dass sich Aluminiumionen aus den Flaschen und der Alufolie gelöst haben. Dabei wurde die Menge der Aluminiumionen mit dem Photometer verglichen und es zeigte sich, dass vor allem bei essig-, salz- und säurehaltigen Flüssigkeiten die Ionen abgelöst wurden. Gleichzeitig lieferten die Untersuchungen den Beweis, dass je älter und je beschädigter die Beschichtung der Flaschen ist, desto höher die Konzentration der Aluminiumionen ausfällt, welche wir in unsren Körper aufnehmen. Mit dieser Erkenntnis, einer ausführlichen schriftlichen Forschungsarbeit und großer Anspannung im Gepäck reisten die Mädchen am Mittwochnachmittag zum Regionalwettbewerb Südbaden nach Freiburg, wo die Jungforscher in einer Jugendherberge untergebracht waren. Der Wettbewerb für „Jugend forscht“ und „SchülerExperimentieren“ wurde in diesem Jahr unter dem Motto „Zukunft – ich gestalte sie!“ von der Firma SICK organisiert und von etwa 90 Sponsoren finanziell unterstützt. Der Abend war den Jugendlichen freigestellt und so konnten sie sich die schöne alte Innenstadt von Freiburg ansehen. Am Donnerstag wurden die Mädchen und Jungen in der SICK Arena von den Auszubildenden des „Jugend forscht“ –Teams der Firma SICK begrüßt, welche den Projektgruppen die jeweiligen Stände zuwiesen. Die Betreuer, welche am Tag der Jurierung nur am Morgen anwesend sein durften, halfen den Jungforschern, ihre jeweiligen Stände aufzubauen, zu gestalten und Plakate aufzuhängen. Frau Dr. Santalucia, welche die beiden Gymnasiastinnen in Freiburg betreute, sprach den Mädchen Mut zu, bevor die Jurierung begann. Trotz großer Aufregung waren die Mädchen zufrieden mit den Jurygesprächen und sie konnten in den Pausen die andren Projekte bestaunen und ihre Arbeit interessierten Forschern und Firmen präsentieren. Am Nachmittag durften sich die Teilnehmer von „Jugend forscht“ entscheiden, ob sie bei einer Werkführung der Firma SICK dabei sein oder bei einem Life-Kinetik Workshop teilnehmen wollten. Die Mädchen und Jungen von SchülerExperimentieren verbrachten ihr Freizeitprogramm beim Bowlen. Die Jungforscherinnen des Gymnasiums PreisverleihungSchramberg entschieden sich für den Workshop, bei welchem es darum ging, die unterschiedlichen Bereiche des Gehirns gezielt miteinander zu verbinden und damit neue Anknüpfungsstellen zu schaffen. Der interessante Workshop enthielt nicht nur einen Fachvortrag, die Mädchen und Jungen durften sogar bei Life-Kinetik-Übungen aktiv werden, welche das Zusammenwirken von mehreren Hirnteilen beanspruchen. Nach den Freizeitprogrammen konnten die Jugendlichen gemeinsam in Waldkirch bei der Firma SICK ein leckeres Abendessen genießen, um anschließend gespannt auf die Sonderpreisverleihung zu warten und zu sehen, wie gut sie ihr Projekt bei den einzelnen Sponsoren am Morgen verkauft hatten. Bei der Sonderpreisverleihung werden von unterschiedlichen Firmen Preise verliehen. Die besten Arbeiten wurden mit Geld- und Sachpreisen belohnt. Hierbei freuten sich die beiden Jungforscherinnen aus Schramberg riesig über einen Sonderpreis im Fachgebiet Chemie der IKA Werke und konnten stolz die Urkunde und das Preisgeld entgegennehmen. Versüßt wurde das Abendprogramm von einem Auftritt einer HipHop-Gruppe, bevor die Jugendlichen den langen, erlebnisreichen Tag in der Jugendherberge ausklingen ließen. Am Freitagmorgen wurden in der SICK Arena noch die letzten Vorbereitungen getroffen, bevor die Ausstellung der Projekte für die Öffentlichkeit geöffnet wurde. Die Mädchen des Gymnasium Schramberg duften sich über den Besuch von Neuntklässlern ihrer Schule freuen und nach einem gemeinsamen Gruppenbild ging es darum, Besuchern, Eltern, Lehrern und vielen anderen Interessierten das Projekt vorzustellen und neugierige Fragen zu Gruppenbildbeantworten. Die beiden Schülerinnen hatten dabei an ihrem Stand mit dem sehr aktuellen Thema einen regen Andrang. Vielen ging es darum zu wissen, ob sie jetzt in Zukunft nicht lieber auf Alufolie verzichten und auch alte Aluminiumtrinkflaschen wegwerfen sollten. Dabei gab es für die beiden auch interessante Diskussionen über die Schädlichkeit von Aluminium im Körper und darüber, ob letztendlich Plastik oder Aluminium die bessere Wahl sei. Die Jungforscherinnen konnten dabei auf bereits bestehende Studien zurückgreifen, nach welchen vermutet wird, dass eine erhöhte Dosis von Aluminiumionen im Körper das Brustkrebs und Demenzrisiko erhöht. Neugierig und begeistert verfolgten die Mädchen die fachlich orientierten Gespräche und wurden immer wieder dazu aufgemuntert, noch weiter an diesem aktuellen Thema zu forschen. Bis zum Nachmittag konnten die Projekte von Besuchern besichtigt werden, bevor die Preisverleihung begann. Für die Feierstunde hatten die Jurys die Projekte ausgewertet. Dabei ging es zum einen um die Idee, was jedoch für die Spezialisten in den jeweiligen Fachgebieten viel wichtiger war, war der Umstand, ob zum Beispiel in Chemie wissenschaftlich und professionell genug gearbeitet wurde und ob reproduzierbare Messreihen aufgestellt wurden. Umrahmt wurde die Siegerehrung von einem Programm der Akrobatikgruppen eines Zirkus. In jedem Fachgebiet wurden die ersten drei Platzierungen genannt, wobei sich immer der Erstplatzierte für den Landeswettbewerb qualifizierte. Die Schülerinnen des Gymnasium Schramberg konnten sich leider nicht gegen die Projekte aus Lörrach und Freiburg behaupten, bei welchen jeweils die Möglichkeit bestand, in einem Schülerforschungszentrum mit hochleistungsfähigen Geräten und Materialien in einem gut ausgestatteten Labor zu arbeiten. Die PreisträgerTrotzdem können die beiden sehr stolz auf das Geleistete sein und haben mit den vorhandenen Materialien und in der kurzen Zeit alles gegeben. Für Anna Storz und Vera Petri ging es letztendlich darum, mit den vielen Misserfolgen umgehen zu können, aus Problemen zu lernen und bei den begabten Jungforschern des Wettbewerbes „Jugend forscht“ dabei sein zu dürfen. Somit gingen zwei schöne und anstrengende Tage zu Ende. Die beiden sind sich einig, dass an dem Thema ihres Projektes auf jeden Fall weiter geforscht werden sollte, und sie wissen nun, was es bedeutet, bei „Jugend forscht“ dabei zu sein. Nach vielen Jahren waren sie die ersten, die das Gymnasium wieder bei einem solchen Nachwuchswettbewerb für Jungforscher vertraten, und sie können somit viel Erlerntes mit in den Schulalltag nehmen. Nun wissen sie, was es heißt, wissenschaftlich zu arbeiten, und haben gelernt, dass sie das nächste Mal auf jeden Fall den Kontakt zu einer Universität oder einem Schülerforschungszentrum aufnehmen sollten. Ein großer Dank gilt den Eltern und Lehrern, welche die Mädchen betreuten und sie während der gesamten Arbeit unterstützt haben. Die beiden würden sich freuen, wenn auch im nächsten Jahr die ein oder andren begeisterten Jungforscher des Gymnasiums ein Projekt finden, das sie begeistert, denn sie können nur sagen: „Es war ein unvergessliches Erlebnis, in Freiburg dabei zu sein und unter den 191 Forscherinnen und Forschern einen eigenen Platz zu haben. Das Erlebte kann man nur nachvollziehen, wenn man die Stimmung einmal miterlebt hat. Wir haben uns wahnsinnig wohl gefühlt und die Organisation war super.“
Vera Petri